US-Amerikanische Zollpolitik
Blick auf die Arbeitslosenquote



Streichung von US-Zöllen auf bestimmte Lebensmittel

Februar 2026
Der Oberste Gerichtshof der USA hat am Freitag, den 20. Februar 2026 die von Präsident Trump verhängten Zölle gegen viele Handelspartner für unzulässig erklärt. Damit bestätigten die Richter mit einer Mehrheit von sechs zu drei Stimmen eine Entscheidung einer niedrigeren Instanz wonach Präsident Trump mit der Anwendung eines Gesetzes aus dem Jahr 1977 seine Befugnisse überschritten habe. Geklagt hatten zwölf US-Bundesstaaten sowie eine Reihe von Unternehmen, welche direkt von den Zöllen betroffenen sind.

US Präsident Trump hatte sich bei der Erhebung von Zöllen gegen zahlreiche Handelspartner auf den International Emergency Economic Powers Act" (IEEPA) berufen, um die Einfuhrabgaben ohne Zustimmung des Kongresses zu verhängen. Der US Supreme Court entschied nun aber, dass nur der Kongress und nicht der Präsident die Befugnis habe, Zölle zu erheben.

Die jüngste Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA betrifft auch den 15-prozentigen Basiszoll für die meisten aus der EU importierten Waren. In einer ersten Reaktion auf das Gerichtsurteil erklärte die EU-Kommission man wolle das Urteil sorgfältig prüfen. Am Freitag haben die Anleger an den europäi-schen Börsenplätzen mit Erleichterung auf das Urteil gegen die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle reagiert.

In einer ersten Reaktion zeigte sich US Präsident Trump verärgert über das jüngste Gerichtsurteil. Uneinsichtig kündigte er prompt an, einen globalen Zoll von zehn Prozent zusätzlich zu den bestehenden Zöllen zu verhängen. Trump bezifferte die bisherigen Zoll-Einnahmen auf "hunderte Milliarden Dollar". Ökonomen schätzen sie auf rund 175 Milliarden Dollar.

Trump rechnet nun wegen des Supreme-Court-Urteils mit langwierigen Rechtsstreitigkeiten um die Rückerstattung der bisher gezahlten Sonderzölle.


November 2025
Die anhaltende Inflation und Siege der Demokraten zeigen
offenbar Wirkung und bringen Trump dazu, Korrekturen seiner höchst umstrittenen Zollpolitik vorzunehmen. So gewann die Demokratische Partei neun Monate nach Beginn der zweiten Amtszeit von US Präsident Trump die Gouverneurswahlen in Virginia und New Jersey. In New York siegte gar Politikneuling Zohran Mamdani bei der Bürgermeisterwahl. Auch in Kalifornien hatten die Demokraten mit Gouverneur Gavin Newsom ein richtungsweisende Ergebnis erzielt.

Auch bestimmte Lebensmittel, die in die USA eingeführt werden, waren zuletzt immer teurer geworden, sehr zum Ärgernis vieler Verbraucher. Laut Daten der US-Statistikbehörde für den Monat September war Hackfleisch vom Rind fast 13 Prozent teurer als im Vorjahr. Steaks kosteten fast 17 Prozent mehr. Die Preise für Bananen lagen den Daten zufolge rund sieben Prozent höher.

Trump reagiert auf diese Entwicklungen ...
So hat US-Präsident Trump Zölle auf mehrere Lebensmittel wie Kaffee, Tee, Bananen, Tomaten, Rindfleisch, Kakao, Gewürze und Fruchtsäfte gestrichen. Auch Zölle auf bestimmte Düngemittel
sind in der vom Weißen Haus veröffentlichten Liste gestrichen.


US-Zölle auf Importe aus der Schweiz

August 2025
Seit dem 7. August gelten 39 % Zölle auf Importe aus der Schweiz. Zuvor waren noch die Schweizer Bundespräsidentin
sowie die Finanzministerin Karin Keller-Sutter und Wirtschafts-minister Guy Parmelin persönlich nach Washington gereist, um die drohenden Zölle noch abzuwenden. Ohne Beilegung des Zollstreits drohen Schweizer Unternehmen erhebliche Nachteile auf ihrem bedeutendsten Exportmarkt USA. Längst sind die USA der wichtigste Handelspartner der Schweiz. Im vergangenen Jahr gingen rund 18 Prozent der Ausfuhren gingen über den Atlantik.

US-Präsident Donald Trump begründet die Zölle mit dem hohen Defizit im Warenhandel von rund 39 Milliarden Franken.



US-Zölle auf Importe aus der Europäischen Union

Für die EU gilt für die meisten Produkte inklusive Autos ein Aufschlag von 15 Prozent. Auch für die EU traten am Donnerstag den 7. August höhere US-Importzölle in Kraft. EU-Kommissions-präsidentin Ursula von der Leyen und US-Präsident Donald
Trump hatten sich Ende Juli auf ein gemeinsames Abkommen
zu Handelszöllen geeinigt. Wolfgang Niedermark vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ist überzeugt,
dass der Zollsatz von 15 Prozent immense negative Auswirkungen auf die exportorientierte deutsche Industrie haben wird. Die Wirtschaftsweise Ulrike Malmendier bezeichnete das Abkommen
im ARD-Morgenmagazin gar als "Drama" und als ungeheure Belastung für die Wirtschaft, nicht nur hierzulande in Europa, sondern auch in den USA.

Der mit den USA ausgehandelte Deal sieht zudem vor, Energie
aus den USA im Wert von 750 Milliarden US-Dollar zu kaufen
und zusätzlich 600 Milliarden US-Dollar mehr in die USA zu investieren. Statt der angedrohten 30 Prozent auf viele Güter werden nun 15 Prozent Zölle auf die meisten Waren, inklusive PKWs, aufgeschlagen. Wäre bis zum 1. August keine Einigung zustande gekommen, hätten die USA womöglich 30 Prozent pauschal auf EU-Waren verhängt.

Auf Stahl und Aluminium aus Europa werden nach wie vor
50 Prozent Zölle beim Import in die USA erhoben.

Für bestimmte Produkte konnte die EU auch Ausnahmen heraushandeln, so beispielsweise für bestimmte Luftfahrt-
komponenten, Chemikalien, Generika, Halbleiterausrüstung, Agrarprodukte und einige kritische Rohstoffe.

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