IRAN
Aktuelle Meldungen vom Persischen Golf
Aktuell (Stand Ende März 2026) finden weltweit und
auch in Deutschland immer wieder Kundgebungen statt, die sich gegen eine autoritäre US-Politik (Anti-Trump & Anti-Kriegs-Proteste) und eine damit verbundene Eskalationsgefahr (u.a. im Iran) richten.
Eine tages-aktuelle Übersicht über lokale Mahnwachen und bundesweite Termine bietet der Terminkalender der Friedenskooperative.
Für Karsamstag und Ostermontag werden besonders große Aktionstage der deutschen Friedensbewegung erwartet, an denen die größten Teilnehmerzahlen in Berlin und Hamburg prognostiziert werden.
Was der Krieg für die Menschen
in der Region bedeutet:
Ein paar nachdenkliche Worte zu Beginn ...
Kriege wie dieser sind
grausam, verheerend, traumatisch und oft auch erbarmungslos, insbesondere dann, wenn keine Rücksicht auf Verluste oder Schwache genommen wird. Kriege sind eigentlich immer traumatisch, weil die gravierenden psychischen Folgen für Soldaten und Zivilisten gleichermaßen über viele Jahre andauern, selbst nach Beendigung eines solchen Krieges - oft sogar ein ganzes Leben lang.
Viele der militärischen Ziele befinden sich entweder inmitten von Wohngegenden oder in der Nähe davon.
Während die direkte Zerstörung oft auf einen kleinen Bereich begrenzt scheint, führt die Druckwelle in einem Umkreis von einem halben Kilometer zu massiven Schäden an Fenstern und Fassaden, was ein normales Leben oder Arbeiten in diesen Gebäuden sofort unmöglich macht. Am unmittelbaren Einschlagpunkt, dem sogenannten ´Ground Zero´ verdampft Material fast augenblicklich durch die enorme Hitzeentwicklung. Stahlbetonkonstruktionen kollabieren vollständig oder werden bis auf das Fundament zerfetzt. Am Boden entsteht ein Krater, der bei schweren Raketen (ca. 500 kg Sprengstoff) einen Durchmesser von 10 bis 15 Metern und eine Tiefe von mehreren Metern haben kann. Die Druckwelle (30 – 500 Meter) ist oft zerstörerischer als die eigentliche Explosion. (Druckwellenzone). In einer Entfernung bis 100 Meter um den Einschlagsort gibt es schwere strukturelle Schäden. Dächer werden abgehoben, Innenwände stürzen ein. Autos werden wie Spielzeug weggeschleudert. In einer Entfernung bis 250 Meter entstehen "Mittlere" Schäden. Fensterrahmen werden aus den Verankerungen gerissen, Türen eingedrückt. Für Menschen in Gebäuden besteht Lebensgefahr durch umstürzende Möbel und Trümmer. In einer Entfernung bis 500 Meter zum Einschlagsort entstehen zumeist Glasschäden und leichte Fassadenschäden. Das ist der Radius, in dem die meisten Verletzungen durch Glassplitter entstehen, die wie Geschosse durch Räume fliegen.
Die Splitter- und Brandzone
(bis 1.000 Meter und weiter)
Da moderne Raketenhüllen aus Spezialstahl bestehen, der beim Zerbersten in tausende messerscharfe Fragmente zerfällt, können Menschen und Tiere noch in einer Entfernung von bis zu 1000 Metern tödlich getroffen werden. Durch aufgerissene Gasleitungen, zerstörte Transformatoren oder brennenden Treibstoff der Rakete entstehen oft Flächenbrände, die sich schnell auf die zivile Infrastruktur ausbreiten. (Sekundarbrände)
Wenn eine Rakete ein militärisches Ziel nur knapp verfehlt und in der Nähe ziviler Gebäude einschlägt, kann die Erschütterung des Bodens (künstliches Erdbeben) Keller in der Nachbarschaft zum Einsturz bringen, selbst wenn das Haus oben stehen bleibt. Zudem brechen häufig Wasser- und Abwasserleitungen im weiten Umkreis der Raketeneinschläge, was die Brandbekämpfung massiv erschwert.
Nach israelischen Angaben möchte Tel Aviv den Krieg im Iran noch wochenlang fortführen und dabei Tausende von Zielen im Iran zerstören. Es heißt, Netanjahu wolle kämpfen bis vom Iran so wie man ihn kannte, nichts mehr übrig ist. s. ntv "Netanjahu will kämpfen bis vom Iran nichts übrig ist"
Die Organisation HRANA (Human Rights Activists News Agency) geht derzeit von mindestens 1.825 Toten im iran aus, darunter 1.276 Zivilisten und 197 Militärangehörige. Iranische Gesundheitsbehörden melden mehr als 10.000 verletzte Zivilisten. Die Weltgesundheits-organisation (WHO) verifizierte zudem mindestens 18 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen im Iran, bei denen Berichten zufolge 8 Mitarbeiter des Gesundheitswesens gewaltsam ums Leben kamen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) schätzt, dass infolge der Kampfhandlungen bereits bis zu 3,2 Millionen Menschen innerhalb des Irans vertrieben wurden. Nach Angaben der iranischen Regierung sind bei den israelisch-amerikanischen Angriffen auf den Iran mehr als 61.000 zivile Einrichtungen beschädigt oder zerstört worden. Allein in der Hauptstadt und Millionenmetropole Teheran sollen Schäden an 18.180 Wohnungen und Geschäftsein-heiten entstanden sein, wie die Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani bei einer Pressekonferenz mitteilte. (Stand 16.03.2026)
Während die Bombardierungen und der Raketenbeschuss in der Golf Region weitergeht, formieren sich in den USA Proteste gegen Trumps Operation "Epic Fury". Laut Pentagon-Berichten kostete der Krieg allein in der ersten Woche rund 11,3 Milliarden Dollar. Verteidigungsminister Pete Hegseth, der sich gerne auch Kriegsminister nennt, hat 200 Milliarden US-Dollar an zusätzlichen Militärhilfen für den Krieg gegen den Iran gefordert. Die Summe soll dafür aufgewendet werden, um die US-Bestände an Munition über das bestehende Maß aufzufüllen und die laufenden Operationen zu finanzieren. Pete Hegseth verteidigte die Summe mit den Worten: "Es kostet Geld, Bösewichte zu töten" ("It takes money to kill bad guys" und ergänzte, dass die benötigte Summe auch noch höher sein könnte ("could move"). Das Vorhaben stößt aber auf erheblichen Widerstand. Während einige Republikaner das Ziel unterstützen, fordern Demokraten und moderate Republikaner mehr Transparenz und öffentliche Anhörungen.
In Städten wie New York und San Francisco gingen am 3. März zahlreiche Menschen mit einer klaren Botschaft auf die Straße. Immer wieder kommt es seitdem zu lautstarken Demos.
Erste Proteste in den USA
"Milliardäre spielen Gott" - Demos gegen Trumps Iran-Krieg (Video n-tv.de)
In zahlreichen Großstädten der USA formieren sich breite Proteste. Es gibt große Kundgebungen mit Tausenden am Times Square (New York) sowie in den Städten Atlanta, Boston, Chicago und Los Angeles. Es werden Forderungen laut wie "No Bombs on Iran" oder "Stop Trumps Wars" Inzwischen lehnen 80 Prozent der US-Bürger nach aktuellen Umfragen diesen Krieg ab. Trumps Untestützung bröckelt, denn er war ja als "Friedenspräsident" zur Wahl angetreten. Ein breites Spektrum an Linken, Anti-Kriegs- und Bürgerrechtsgruppen wie Freedom Road Socialist Organisation (FSRO), Party for Socialismus and Liberation (PSL), ANSWER Coalition, Teile der Democratic Socialists of America, Teile des National Iranian American Council, American Muslims for Palestine, Black Alliance for Peace, und viele weitere treiben die Proteste gegen den Angriffskrieg voran.
Auch in vielen europäischen Hauptstädten gab es im März 2026 koordinierte Aktionen gegen eine Ausweitung der Konflikte im Nahen Osten, insbesondere mit Blick auf den Iran. In Frankreichs Hauptstadt Paris und in 85 weiteren Städten demonstrierten Tausende gegen Militäroperationen im Iran, Libanon und in Palästina. In London versammelten sich Zehntausende zu einem Protestmarsch gegen den "US-israelischen Krieg gegen den Iran". In Rom und Madrid gab es am vergangenen Wochenende (14./15. März) große Kundgebungen.
Anfang März 2026 waren in Deutschland bundesweit rund 50.000 Schülerinnen und Schüler auf die Straße gegangen, um gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht und die "Militarisierung der Gesellschaft" zu demonstrieren. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) ist aktuell federführend an verschiedenen Protestaktionen in Deutschland beteiligt oder ruft aktiv dazu auf. Die Partei nutzt Demonstrationen als zentrales Mittel, um ihr Profil als "Friedenspartei" zu schärfen. Für Anfang April sind Ostermärche in zahlreichen Städten (u. a. Heidelberg, Stuttgart, Berlin) geplant. Zentrale Forderungen bei den Ostermärchen werden wohl "Diplomatie statt Waffenlieferungen" und eine Abkehr von der "Kriegstüchtigkeit" sein.
Humanitäre Organisationen und Teile der Zivilgesellschaft warnen inzwischen vor einer "beispiellosen" Flüchtlingskrise und tausenden zivilen Opfern.
Der Krieg im Iran
scheint für die USA wie ein Videospiel zu sein– inszeniert als Spektakel, nur dass dieser Krieg schon jetzt unzählige Menschenopfer gefordert hat und enorme Zerstörungen angerichtet hat. Es war der verstörende Ton den US Präsidenten in einem Telefoninterview gegenüber dem Sender NBC News am 14. März, der die Weltöffentlichkeit aufhorchen ließ. "Wir haben die Insel Charg völlig zerstört und vielleicht schlagen wir noch ein paar Mal zu, einfach zum Spaß. Warum nicht?"
In sozialen Netzwerken verbreitet die Regierung die "schönen" Zerstörungen als Videoclips mit den besten Highlights.
Die Zerstörungen im Iran sind nach über einem Monat Krieg (Stand: 30. März 2026) massiv und betreffen sowohl die militärische als auch die zivile Infrastruktur.
Die IAEA bestätigte schwere Schäden am Schwerwasserreaktor Khondab, der nicht mehr betriebsfähig ist. Die Luftangriffe auf Kraftwerke führten zu großflächigen Stromausfällen, unter anderem in Teheran. Auch Meerwasserentsalzungsanlagen (z. B. auf der Insel Qeschm) wurden getroffen, was die Trinkwasserversorgung von Dutzenden Dörfern unterbrach. Der Iranische Rote Halbmond schätzt, dass über 21.000 zivile Gebäude, darunter Wohnhäuser, Schulen und Krankenhäuser, seit Kriegsbeginn am 28. Februar beschädigt oder gar zerstört wurden. Es sollen mittlerweile mehr als 1500 Zivilisten im Iran getötet worden sein. Aktuellere Schätzungen von Anfang April gehen von weit über 2.000 Toten seit Kriegsbeginn aus. Der Iran selbst hat seit Kriegsbeginn 1.973 Tote Zivlisten gemeldet. Die meisten zivilen Todesopfer des Krieges in Iran kamen nach Angaben einer Beobachterorganisation bei gezielten Angriffen der USA und Israels auf militärische und staatliche Ziele ums Leben. In der Umgebung dieser Orte sind besonders viele Tote gezählt worden.
Bei einem Luftangriff auf das renommierte
Pasteur-Institut in Teheran vor wenigen Tagen (Meldung vom 3. April 2026) kam es zu so massiven Zerstörungen der Forschungs-einrichtung, so dass das Institut komplett seine Arbeit ein-
stellen musste. Am 30. und 31. März war bereits die Imam-Hossein-Universität und die Universität Teheran Ziel von Luftangriffen. Laut dem iranischen Forschungsministerium zielten diese Luftschläge bewusst auf die wissenschaftliche Elite ab ("Scholasticide"). Die iranische Führung reagiert auf die Zerstörung ihrer Kapazitäten mit einer Mobilisierungs-kampagne ("Janfada")
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Krieg der USA und Israels gegen den Iran bei seiner Festrede zum 75. Jahrestag der Wiedergründung des Auswärtigen Amts in Berlin am Dienstag, den 24. März 2026 als "völkerrechtswidrig" kritisiert.
Krieg im Nahen Osten. Bundespräsident Steinmeier nennt Irankrieg "völkerrechtswidrig" (Zeit.de)
Wörtlich sagte er den Berichten zufolge "Unsere Außenpolitik wird nicht überzeugender dadurch, dass wir Völkerrechtsbruch nicht Völkerrechtsbruch nennen" und fügte hinzu "Dieser Krieg ist völkerrechtswidrig - daran gibt es wenig Zweifel." Auch bezeichnete er den Krieg als
einen politisch verhängnisvollen Fehler und als einen unnötigen Krieg wenn denn sein Ziel war ,so Steinmeier, den Iran auf dem Weg zur Atombombe zu stoppen. Er verwies in diesem Zusammenhang auf den Abschluss des internationalen Atomabkommens mit dem Iran 2015, welcher im zweiten Jahr der Amtszeit von US Präsident Trump selbst aufgekündigt wurde. Zugleich warnte er vor den unvorhersehbaren menschlichen und wirtschaftlichen Konsequenzen eines regionalen Großkonflikts im Nahen Osten. Die USA begründen den Militäreinsatz formell mit Artikel 51 der UN-Charta. Sie argumentieren, dass das iranische Raketenarsenal und dessen Atomambitionen eine unmittelbare Bedrohung für amerikanische Truppen in der Region darstellten.
Völkerrechtsexperten und die Vereinten Nationen stützen hingegen Steinmeiers Einschätzung und sehen in den Angriffen einen Verstoß gegen das Gewaltverbot, da zum Zeitpunkt des Beginns am 28. Februar 2026 keine Beweise für einen unmittelbar bevorstehenden Angriff des Irans vorlagen.
Gemäß dem ARD-DeutschlandTrend (März/April 2026) halten rund 58 % der Deutschen den Angriff der USA und Israels auf den Iran für nicht gerechtfertigt. Nur 25 % befürworten das militärische Vorgehen. In Ostdeutschland ist die Ablehnung des Krieges mit 73 % besonders stark ausgeprägt. 70 % der Befragten sorgen sich zwar um die Lage der Menschen im Iran, betrachten das Regime jedoch weiterhin als destabilisierenden Faktor in der Region. Die Angst vor einer Eskalation ist groß. Drei Viertel der Deutschen (75 %) befürchten, dass die iranischen Gegenschläge zu einem Flächenbrand führen, der auch Europa betreffen könnte. Zusammenfassend kann man sagen, dass sich die Deutschen zwar mit der iranischen Zivilbevölkerung solidarisieren und den Krieg im Iran mehrheitlich ablehnen, eine Mehrheit der Deutschen zeigt aber kein Verständnis für das politische Handeln des Regimes, dessen Gegenschläge als Bedrohung für den Weltfrieden und die eigene Wirtschaft wahrgenommen werden. Täglich sind etwa 90.000 Reisende an den Drehkreuzen Dubai, Doha und Abu Dhabi von den Auswirkungen des Krieges und Luftraumschließungen betroffen. Rund 30.000 deutsche Urlauber sind Medienberichten zufolge von Flugstreichungen und Evakuierungen in der Golfregion betroffen.
Wegen der verfolgten Neutralitätspolitik lehnt Österreich mittlerweile US-Anträge auf Überflug seines Territoriums ab. Auch Italien untersagt mittlerweile US-Militär, auf dem Luftwaffenstützpunkt auf Sizilien zu landen und dort einen Zwischenstopp zu machen und das obwohl Ministerpräsidentin Georgia Miloni dem US Präsidenten ansonsten so gewogen ist. Verteidigungsminister Guido Crosetto gab dem US-Militär vor einigen Tagen keine Erlaubnis, den Militärflughafen Sigonella zu nutzen, um dann in den Nahen Osten weiterzufliegen.
Der Politikwissenschaftler Clemens Fischer
über zornigen US-Präsidenten (ntv.de)
"Trump pfeift und niemand tanzt - das ist unangenehm"
08.04.2026
Vereinbarte Feuerpause am Persischen Golf
Kurz vor Ablauf des Ultimatums haben beide Länder offenbar eine Feuerpause vereinbart. Trump nannte einen Zehn-Punkte-Vorschlag aus Teheran "eine tragfähige Grundlage" für die neuen Verhandlungen.
Der US Präsident hatte dem Iran gedroht, Infrastruktur wie Brücken und Kraftwerke massiv zu zerstören, falls kein Abkommen erzielt und die Blockade der Straße von Hormus nicht beendet würde. Berichten zufolge hatte China den Iran aktiv dazu gedrängt, sich gegenüber Verhandlungen und einer Feuerpause offen zu zeigen. Das iranische Regime legte kurz vor Ablauf der Frist einen Zehn-Punkte-Plan als Basis für weitere Gespräche vor. China hatte zuvor gemeinsam mit Russland Resolutionen zur gewaltsamen Öffnung der Meerenge im UN-Sicherheitsrat mit ihrem Veto blockiert.
Die nun vereinbarten Punkte :
Feuerpause
Vereinbart ist, die Luftangriffe auf den Iran für zwei Wochen auszusetzen. Die Feuerpause soll ab sofort und für den gesamten Nahen Osten einschließlich dem Libanon gelten. Nach US-Angaben will Israel die Kampfhandlungen ebenfalls einstellen.
Freie Fahrt für Öltanker
Der Iran sich bereit erklärt, die Straße von Hormus vorerst wieder zu öffnen und Öltankern eine sichere Durchfahrt zu gewähren. Normalerweise verläuft durch die Straße von Hormus rund 20 % der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte. Nach der Einigung fielen die Ölpreise wieder unter die Marke von 100 Dollar pro Barrel.
Friedensgespräche
Die USA und der Iran wollen ab Freitag über ein dauerhaftes Ende des Krieges in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad verhandeln.
Dauerhaftes Abkommen
innerhalb der 14-tägigen Feuerpause
Trump zeigte sich zuversichtlich während der zweiwöchigen Feuerpause ein dauerhaftes Abkommen mit dem Iran abschließen zu können. Teheran verlangt allerdings weiterhin die Aufhebung aller US-Sanktionen gegen das Land sowie Reparationen für erlittene Kriegsschäden. In iranischen Staatsmedien zumindest wurde offenbar auch gemeldet, die USA müssten dem Iran die Anreicherung von Uran erlauben. Dies wird allerdings von westlicher Seite ausgeschlossen.
Noch vor Zustandekommen der zweiwöchigen Feuerpause war in der Pilgerstadt Ghom laut iranischen Medien eine Brücke an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt angegriffen worden. Dies war jedoch nicht der einzige Vorfall, der sich noch kurz vor der vereinbarten Friedenspause ereignet hatte. Auch waren Angriffe auf das Schienennetz in Karadsch, einer Millionenstadt westlich von Teheran gemeldet worden. Wie die Zeitung Etemad meldete, war auch eine Autobahnbrücke auf der Strecke zwischen der Millionenstadt Tabris und der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Sandschan attackiert worden. Zudem war in derselben Provinz Ost-Aserbaidschan eine Autobahn nach Einschlägen gesperrt worden.
07.04.2026
Kriegsgeschehen am Persischen Golf
US Präsident Trump hat dem Iran erneut massiv gedroht.
Auch war auf Truth Social zu lesen: "A whole civilization will die tonight, never to be brought back again. I don´t want that to happen, but it probably will..." Er endete seinen Beitrag mit den Worten "God bless the great people of Iran". Für die im Iran lebenden Menschen muss die Ungewissheit schwer zu ertragen sein. Hegseth spricht vom Iran als Reich religiöser Fanatiker gegen die man aus moralischer Pflicht vorgehen müsse. Der Krieg wird als moralisch gebotene Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse dargestellt. Es ist ein bewusstes Framing mit außen- und innenpolitischen Folgen, was Verhandlungen nicht erleichtert sondern erschwert. Trotz der harten Rhetorik gibt es im Hintergrund Berichte über Vermittlungsversuche (u. a. durch Pakistan), um eine Katastrophe in letzter Minute zu verhindern. UN-Generalsekretär António Guterres warnte eindringlich vor Angriffen auf die zivile Infrastruktur im Iran. Sicherheitsexperten und Politiker diskutieren bereits, ob Trumps Ankündigung, Kraftwerke und Brücken zu zerstören, de facto die Ankündigung eines Kriegsverbrechens darstellt. Im UN-Sicherheitsrat scheiterte heute ein Resolutionsent-wurf zum Schutz der Schifffahrt in der Straße von Hormus am Veto von Russland und China. Bahrain kritisierte das Scheitern der UN-Resolution scharf. Da Trump und sein Außenminister Rubio mit dem Austritt aus der NATO gedroht haben, falls die Partner den US Kurs nicht unterstützen, wächst die Nervosität in Europa erheblich.
Papst Leo hat Trumps Drohung gegen das iranische Volk als "unakzeptabel" bezeichnet. Er erklärte am Palmsonntag, dass Gott "nicht auf die Gebete derer hört, die Krieg führen", und wies Versuche zurück, das Christentum für Gewalt zu instrumentalisieren. Der Council on American-Islamic Relations (CAIR) bezeichnete die Rhetorik als "antimus-limisch" und "brandgefährlich". Der stellvertretende iranische Minister für Jugend und Sport hat die Jugend dazu aufgerufen hatte, rund um die Kraftwerke des Landes eine "Menschenkette" zu bilden um diese vor Luftangriffen zu schützen.
Bereits heute meldete
der Iran Angriffe auf seine Verkehrsinfrastruktur. Neben der Bombardierung einer Eisenbahnbrücke waren auch mehrere Autobahnen Ziel von Luftangriffen. Offensichtlich gab es auch neue Explosionen auf der Insel Charg im Persischen Golf. Um 2 Uhr endet Trumps Frist an den Iran.
Sowohl US Präsident Trump als auch sein Verteidigungsminister Hegseth benutzen aktuell eine sehr religiös aufgeladene Rhetorik, die den Konflikt mit dem Iran und die Unterstützung Israels in einen quasi-biblischen Rahmen stellt. Hegseth, der bekannt ist für seine Tattoos mit christlicher Symbolik (wie dem Jerusalemkreuz) stellt den Konflikt als "heiligen Krieg" (Crusade) dar, was diplomatische Lösungen fast unmöglich macht. Wenn nun der US Verteidigungsminister selbst religiöse Kriegsbilder bedient, bestätigt er genau das Narrativ von Teheran, welches den Konflikt schon seit Jahren als Abwehrkampf gegen einen westlichen, christlich geprägten Imperialismus inszeniert. Durch die religiös untermauerte Rhetorik werden ausgerechnet jene Kräfte im Iran gestärkt, die Washington eigentlich schwächen will. Der Amerikanist und Politikwissenschaftler Tobias Endler sieht Trump in einer Sackgasse in die er sich mit seinem "maximum pressure" begeben hat und aus der er nur schwer herauskommt. So ist dieser davon überzeugt, dass US Präsident Trump nur noch der Weg der Eskalation bleibt, der eigenen Glaubwürdigkeit willen.
In der religiösen Rhetorik von Hegseth wird die Welt in Gut (USA/Israel) und Böse (Iran/Hisbollah) unterteilt. Historisch weckt diese Rhetorik Erinnerungen an die frühen 2000er Jahre als George W. Bush nach "9/11" von einem "Kampf des Guten gegen das Böse" in seiner berühmte "Axis of Evil"-Rede gesprochen hatte. Die USA werden als Werkzeug Gottes dargestellt, um Ordnung und Gerechtigkeit wiederherzustellen. Die Rettung eines US-Waffenoffiziers am Ostersonntag wurde von Hegseth regelrecht als "Osterwunder" (Easter Miracle) präsentiert, was die Vorstellung stützte, Gott stünde auf der Seite der USA im Kampf gegen das Böse. Schließlich verglich er die Soldatenrettung sogar mit Jesus' Auferstehung. Im Pentagon sprach Hegseth offenbar sogar ein Gebet, in dem er dafür bat, dass die US-Truppen "überwältigende Gewalt gegen jene anwenden, die keine Gnade verdienen" und schloss sein Gebet mit den Worten "Wir bitten dies mit fester Zuversicht im allmächtigen Namen Jesu Christi", den er als "König über alle Könige" bezeichnete. > Die Iran-Worte des US-Kriegsministers sind brandgefährlich
Der Iran hat den Großraum Tel Aviv erneut mit Streumunition angegriffen. Im Nordirak fing die Flugabwehr Berichten zufolge vier Raketen ab, die auf das US-Konsulat in Erbil gerichtet waren. Über dem Osten Saudi-Arabiens wurden sieben ballistische Raketen abgefangen. Trümmer gingen in der Nähe von Energieanlagen im Industriegebiet von Dschubail nieder, wo nach Explosionen Brände ausbrachen. Der Iran feuerte zudem Marschflugkörper auf Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate ab. In den Emiraten wurde ein Telekommunikationsgebäude getroffen.
05.04.2026
Kriegsgeschehen am Persischen Golf
Auf Trumps Netzwerk Truth Social legt er mit vulgärer Wortwahl am Ostersonntag am 5. April erneut nach
Zitat: "Öffnet die verfickte Straße von Hormus, ihr verrückten Bastarde - oder ihr werdet in der Hölle leben."
"Open the fucking strait, you crazy bastards, or you'll be living in Hell – JUST WATCH!"
Er fügte hinzu: "Tuesday will be Power Plant Day, and Bridge Day, all wrapped up in one... There will be nothing like it!!!"
Jürgen Hardt, außenpolitischer Sprecher von CDU/CSU übte später scharfe Kritik an diesen Äußerungen und sagte, dass diese nach Wildem Westen klingen würden.
03.04.2026
Kriegsgeschehen am Persischen Golf
Donald Trump postete offenbar die folgenden Worte auf Social Media: "Our military, the greatest and most powerful (by far!) anywhere in the world, hasn´t even started destroying what´s left in the Iran. Bridges next, then Electric Power Plants! ..."
Unterdessen warf die iranische Atomenergiebehörde der UN-Einrichtung vor, zu Angriffen der USA und Israels auf iranische Atomanlagen zu schweigen und im Iran-Krieg Partei für die USA und Israel zu ergreifen.
Am heutigen Karfreitag finden in über 100 Städten Deutschlands Kundgebungen und Friedensläufe statt. In Mainz und in Wiesbaden gibt es gemeinsame Aktionen an Militärstandorten gegen die Beteiligung westlicher Logistik am Golfkrieg. In Chemnitz und in Biberach gibt es regionale Kundgebungen unter dem Motto "Kriege verweigern – Frieden schaffen!" Der französische Präsident Emmanuel Macron und sein südkoreanischer Amtskollege Lee Jae Myung wollen sich gemeinsam für eine Öffnung der Straße von Hormus einsetzen.
In Großstädten wie New York und Washington D.C. gehen Zehntausende Menschen gegen die Kriegsrhetorik von Donald Trump auf die Straße. Die Demonstranten werfen der US-Regierung eine verfassungswidrige Ausweitung des Konflikts vor. In pakistanischen Städten wie Karachi und Islamabad gibt es immer wieder schwere Unruhen und Proteste schiitischer Gruppen gegen die US-israelischen Angriffe auf den Iran. In Karachi kam es in den letzten Tagen bereits zu tödlichen Zusammenstößen vor dem US-Konsulat. In Bagdad, der Hauptstadt des Irak, versammeln sich heute Anhänger pro-iranischer Milizen, um gegen die drohende Ausweitung der US-Luftschläge auf irakisches Gebiet zu demonstrieren. Bei den jüngsten Luftangriffen der USA und Israels auf den Iran ist erneut eine renommierte Universität in der Hauptstadt Teheran getroffen worden. Offenbar wurden das dortige medizinische Forschungsinstitut sowie das Laborgebäude der Beheschti-Universität fast vollständig zerstört. Zudem soll auch ein nahe gelegenes Studentenwohnheim auf dem Uni-Gelände stark beschädigt worden sein. Über zivile Opfer wurde zunächst nichts bekannt.
Bei einer Explosion im Süden des Libanons sind drei Soldaten der UN-Friedensmission Unifil verletzt worden. Zwei der Soldaten sollen bei der Detonation in ihrer Stellung in Al-Adaissah schwere Verletzungen erlitten haben.
In der Nacht zum Karfreitag wurde die Ölraffinerie Mina al-Ahmadi in Kuwait durch einen iranischen Drohnenangriff getroffen, was zu einem Großbrand führte. Zudem gab es offenbar auch einen Angriff auf eine kuwaitische Meerwasserentsalzungsanlage. Hierbei ist es wichtig zu wissen, dass die Region zu 90 % von solchen Anlagen für Trinkwasser abhängt. Als Reaktion auf die Drohnenangriffe verlegt Großbritannien das Luftverteidigungssystem Rapid Sentry nach Kuwait, um dortige und britische Interessen zu schützen. In den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) wurde eine Gasanlage in Abu Dhabi durch herabfallende Trümmerteile beschädigt.
Berichten zufolge wurde auch ein Rechenzentren von Amazon Web Services (AWS) und Oracle in den Vereinigten Arabischen Emiraten zum Ziel iranischer Angriffe.
Reedereien wie TUI Cruises haben sämtliche Fahrten im Persischen Golf für den restlichen April abgesagt. Zahlreiche Fluggesellschaften, darunter die Lufthansa, haben ihre Flüge in die Region (u.a. Dubai, Abu Dhabi, Doha) bis auf Weiteres ausgesetzt oder planen Flottenverkleinerungen aufgrund der Sicherheitslage.
In den letzten Stunden kam es zu einer massiven rhetorischen Eskalation durch die USA. Trump drohte mit einer massiven Zerstörung von Brücken und Elektrizitätswerke im Iran als mögliche nächste Ziele, sollte der Iran nicht die Bedingungen der USA für einen Frieden akzeptieren. Irans Außenminister Abbas Araghchi drohte für den Fall der Zerstörung weiterer Brücken und Elektrizitäts-werken mit "vernichtenden" Gegenangriffen und erklärte, das Ansehen Amerikas werde nach den Angriffen auf zivile Ziele wie die B1-Brücke bei Karaj in Mitleidenschaft gezogen werden. Im Laufe des Tages verschärfte Präsident Donald Trump seine Rhetorik erneut und sprach von einer möglichen Übernahme iranischer Ölfelder ("Take the oil"). Die bisherigen US-Angriffe auf Militäranlagen auf der Insel Charg (einem zentralen Ölexport-Terminal) zeigen jedenfalls, dass die USA bereit sind, die Exportfähigkeit des Irans direkt zu bedrohen. Experten sehen darin auch eine Strategie, die globalen Ölströme zugunsten der US-Fracking-Industrie umzulenken.
Sollten die USA die iranischen Ölexporte nach China
(ca. 1,4 bis 1,9 Mio. Barrel pro Tag) vollständig unterbinden - ein eher unrealistisches Szenario, da den USA die weitreichenden Folgen eines solchen Vorgehens bewusst sind - könnten die Preise Experten zufolge schnell auf bis zu 200 USD steigen. Da 80 bis 90 % der iranischen Ölexporte nach China gehen, würde ein plötzlicher Stopp die chinesische Industrie massiv unter Druck setzen. Die steigenden Energiekosten könnten weltweit zu einer Stagflation führen. Der Iran droht für diesen Fall auch mit "vernichtenden Angriffen" auf die Infrastruktur der gesamten Region. Wie China auf eine vollständige Kappung seiner Öl-Versorgung aus dem Iran reagieren würde, ist unklar. China könnte sich gezwungen sehen, noch mehr eigene Marineschiffe zur Sicherung seiner Energieversorgung zu entsenden. Schon jetzt hat China seine neuesten Kriegsschiffe vom Typ 055 und Typ 052D zusammen mit dem Aufklärungsschiff Liaowang-1 bereits in der Region verlegt. Chinas Zerstörer vom Typ 055 (Renhai-Klasse) gilt mit seinen 112 vertikalen Startzellen als eines der mächtigsten Überwasserschiffe der Welt. Diese Schiffe kreuzen Berichten zufolge bereits vor der iranischen Küste. Die Ankunft dieser Schiffe wird als deutliche Machtdemon-stration Chinas gegenüber den USA und Israel gewertet. Auch Russland mischt mit. Berichten zufolge ist ein Hubschrauberträger in die südlichen Gewässer des Irans eingelaufen, offiziell um die Koordination bei Such- und Rettungsaktionen sowie Anti-Piraterie-Übungen zu verstärken. Mehrere russische Kriegsschiffe, darunter die Korvette Stoikiy (Baltische Flotte), sind bereits im strategisch wichtigen iranischen Hafen Bandar Abbas direkt an der Straße von Hormus eingelaufen. Westliche Analysten gehen davon aus, dass die russischen Schiffe – ähnlich wie die chinesischen Zerstörer – als "Informationsschirm" dienen. Auch die russische Fregatte Marschall Schaposchnikow operiert den Berichten zufolge im Rahmen der aktuellen trilateralen Übungen mit dem Iran und China im Golf von Oman und im nördlichen Indischen Ozean primär wohl um die Seewege zu sichern und US-Flottenbewegungen zu überwachen.
Teile der B1-Brücke sind durch einen Luftangriff, welcher den Vereinigten Staaten und Israel zugeschrieben wird, am 3. April zerstört worden. Dichte Rauchschwaden stiegen auf. Wenig später hatte Trump ein kurzes Video auf die Plattform Truth Social geladen, das die einbrechende Brücke vor einem Bergmassiv zeigt. Bei der zerstörten Brücke handelt sich wohl um die größte Brücke des Iran, die erst vor kurzem weitestgehend fertig gestellt worden war. Ein zweiter Angriff auf die Brücke westlich der Hauptstadt Teheran ereignete sich iranischen Medien zufolge, als Rettungskräfte vor Ort im Einsatz waren. Bei den Luftangriffen sollen laut der Nachrichtenagentur Isna mindestens acht Menschen ums Leben gekommen sein, 97 weitere wurden den Angaben nach verletzt. Der Strom an der Landstraße Richtung Norden fiel infolge der Attacken aus. Bei der Brücke handelt es sich um die mit 132 Metern höchste Brücke des Irans und eine der höchsten im Nahen Osten. Sie war ein entscheidendes Teilstück der Autobahn, die Teheran mit Karadsch und weiter mit dem Kaspischen Meer verbindet. Das gesamte Brückenprojekt wurde auf einen Wert von etwa 400 Millionen US-Dollar geschätzt. Die Brücke war erst im Sommer 2025 offiziell fertiggestellt worden, wobei sich Teile des Projekts oder Anschlussstellen laut Berichten vom April 2026 noch immer im Bau befanden oder den "letzten Schliff" erhielten. Über 100 internationale Rechtsexperten stellten in einem offenen Brief klar, dass Angriffe auf zivile Infrastruktur wie Kraftwerke und Brücken gegen internationales Recht verstoßen und als Kriegsverbrechen bewertet werden könnten.
Der Kritik zum Trotz hat Israels Premier Netanjahu weitere Angriffe auf die iranische Infrastruktur angekündigt. Präsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte die Angriffe auf die zivile Infrastruktur (wie Brücken und Kraftwerke) als "illegitim" und warnte, dass diese das Risiko eines unkontrollierbaren regionalen Flächenbrands massiv erhöhen. Die türkische Führung betonte, dass solche Angriffe primär die unschuldige Bevölkerung treffen, die keine Rolle im Konflikt spielt. Gemeinsam mit Russland (Wladimir Putin) forderte Erdoğan den Berichten zufolge in einem Telefonat am 3. April einen sofortigen Waffenstillstand und betonte, dass eine Lösung nur durch Dialog, nicht durch Vernichtung der Infrastruktur möglich sei. Eine Hauptsorge Ankaras ist ein völliger Kollaps des iranischen Staates, der Millionen von Flüchtlingen an die türkische Grenze treiben würde.
Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) und das Militär erklärten, im Falle von Angriffen auf das iranische Stromnetz ebenfalls Kraftwerke, Wasserentsalzungsanlagen und Infrastruktur in Israel sowie in den Golfstaaten, die US-Basen beherbergen, als legitime Ziele zu betrachten. Theheran bekräftigte, die Straße von Hormus für Schiffe der USA und Israels geschlossen zu halten, solange die Angriffe anhalten. UN-Generalsekretär António Guterres warnte vor den "verheerenden Kosten" des Krieges und rief zu einem sofortigen Ende der "Spirale von Tod und Zerstörung" auf. Er betonte, dass die Welt am Rande eines größeren Krieges stehe.
Mittlerweile fahren wieder mehr Frachter durch die Straße von Hormus. Am gestrigen Mittwoch waren 16 Frachter durch die weitgehend blockierte Meerenge gefahren, am Vortag sollen es elf Schiffe gewesen sein. In dem Bericht der Datenfirma Windward heißt es weiter, dass auch drei Schiffe unter omanischer Kontrolle die Meerenge passiert hätten.
Am frühen Morgen hat der Iran bekannt gegeben, ein Kampfflugzeug vom Typ F-35 abgeschossen zu haben. Später bestätigten die USA den Abschuss eines Kampfjets über dem Iran. Zwar behauptet der Iran zwei hochmoderne F-35-Tarnkappenjets abgeschossen zu haben, doch westliche Analysen und Bestätigungen lassen eher den Verlust einer F-15E Strike Eagle vermuten. Laut einem Vertreter der US-Regierung sei die Suche nach der Besatzung am Laufen. Der Kampfjetz stürzte möglicherweise in der Provinz Kohgilujeh und Bojer-Ahmad ab. Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) gaben an, für den jüngsten Abschuss ein neues, fortschrittliches Verteidigungssystem verwendet zu haben. Die iranische Nachrichtenagentur Fars meldete, die Armee sei auf der Suche nach dem oder den abgeschossenen Piloten. Die Bewohner der Region wurden aufgerufen, sich an der Suche nach der Crew zu beteiligen.Für die Ergreifung wurde eine Prämie ausgesetzt.
Nach Informationen des Senders NBC News sollen zwei US-Militärhubschrauber vom Typ UH-60 Black Hawk bei der großangelegten Such- und Rettungsmission für die abgestürzte F-15 von iranischem Feuer getroffen worden sein. Der Hubschrauber, der einen der geretteten F-15E-Piloten an Bord hatte, wurde offenbar durch Handfeuer-waffen getroffen. Deren Besatzungsmitglieder sollen aber mittlerweile in Sicherheit sein. Die Kampfhubschrauber konnten sicher landen. Israelische Medien berichten später unter Berufung auf Regierungskreise, dass mindestens ein Besatzungsmitglied gerettet werden konnte. Mehrere Besatzungsmitglieder an Bord der Hubschrauber wurden allerdings bei dem Beschuss dem Berichten zufolge verwundet. Die Suche nach dem anderen verschollenen Piloten der F-15 geht sowohl von US-amerikanischer Seite als auch auf iranischer Seite mit großem Eifer weiter. Später wird der Absturz eines A-10-Erdkampfflugzeuges bekannt, welches ebenso zur Unterstützung der Such- und Rettungsmission eingesetzt war. Die Maschine stürzte den Angaben zufolge im Persischen Golf nahe Kuwait ab. Der Pilot der A-10 konnte aber gerettet werden. Die A-10 trägt wegen ihrer Unförmigkeit den Spitznamen "Warthog" ("Warzenschwein").
Bereits vor drei Wochen, am 12. März 2026, war ein US-Tankflugzeug vom Typ KC-135 Stratotanker im westlichen Irak (nahe der Grenze) abgestürzt- laut US-Militär in "freundlichem Luftraum". Bei diesem Vorfall waren alle sechs Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Laut US-Zentralkommando (CENTCOM) war der Absturz nicht auf feindliches oder freundliches Feuer zurückzuführen. Erste Untersuchungen deuteten auf eine mögliche Kollision in der Luft mit einem zweiten Tankflugzeug hin, das jedoch sicher landen konnte.
Im Norden Israels heulten am Vormittag gleich mehrfach
die Warnsirenen. Der Grund hierfür waren Drohnen- und Raketenangriffen der libanesischen Hisbollah. Auch gab es infolge eines iranischen Angriffs nach Einschlägen in der Gegend der Stadt Haifa Schäden an Gebäuden und Autos. Iranischen Medien zufolge zielte der Angriff aber auf einen Militärflugplatz rund 30 Kilometer von Haifa entfernt.
Ein offener Brief, unterschrieben von über 100 Wissenschaftlern der Universitäten Harvard, Yale, Stanford und der University of California, lässt Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Krieges gegen den Iran erkennen.
In dem Brief heitß es, dass das Verhalten der US-Streitkräfte und die Äußerungen hochrangiger US-Beamter "ernsthafte Bedenken hinsichtlich Verstößen gegen internationale Menschenrechtsnormen und das humanitäre Völkerrecht, einschließlich potenzieller Kriegsverbrechen, aufwerfen".
In dem offenen Brief wird auch auf die Äußerung Trumps von Mitte März verwiesen, in der er sagte, die USA könnten "nur zum Spaß" Angriffe auf den Iran durchführen. Der offene Brief, unterschrieben von namhaften Wissenschaftlern zitiert zudem Äußerungen von Pentagon-Chef Pete Hegseth von Anfang März, in denen dieser sagte, die USA kämpften nicht nach "dummen Einsatzregeln". In dem Brief wird klar, dass man in akademischen Kreisen zutiefst besorgt über Angriffe ist, welche mittlerweile Schulen, Gesundheitseinrichtungen und Wohnhäuser getroffen haben. In diesem Zusammenhang wird auf auf einen Angriff auf eine Mädchenschule im Iran am ersten Tag des Krieges verwiesen mit unzähligen Toten, vornehmlich kleinen Kindern.
02.04.2026
Kriegsgeschehen am Persischen Golf
US Präsident Donald Trump scheint bei Emmanuel Macron mit Bitten um Militärhilfe im Irankrieg nicht weiter zu kommen. Der süffisante Tonfall des US-Präsident und dessen Witze über Staatspräsident Macron verschlechtern zusehendst das Verhältnis beider Regierungen. Trumps spöttische Bemerkung über ihn und seine Frau löste auch heftige Kritik französischer Politiker aus. So sagte die Vorsitzende der französischen Nationalversammlung, Yaël Braun-Pivet gegenüber dem Sender France Info. "Es sterben Menschen im Krieg, und wir haben einen (US-)Präsidenten, der sich über andere lustig macht."
Im Iran ist wegen der Zerstörung ziviler Infrastruktur der Wut bei Anhängern der Regierung als auch bei ihren Gegnern groß. So war das Pasteur-Institut, ein Forschungszentrum für Biologie und Medizin in der Hauptstadt Teheran bombardiert worden, was Wut und Fassungslosigkeit auslöste. In der Großstadt Karadsch, einem Vorort westlich von Teheran, wurde eine Autobahnbrücke bei einem Luftangriff zerstört. Betroffene reagierten bestürzt auf die Zerstörung zumal der zerbombte Abschnitt der Autobahnbrücke erst im vergangenen Sommer fertiggestellt worden war. Trumps Ankündigung weiterer heftiger Angriffe hatte bei der iranischen Bevölkerung große Empörung ausgelöst. In einer Rede an die Nation soll er gestern wohl gesagt haben "Wir werden sie zurück in die Steinzeit versetzen, wo sie hingehören"
Manila hat Teheran offenbar offiziell darum gebeten, die Philippinen als "nicht-feindseliges" Land einzustufen, denn mehr als 90 % der philippinischen Rohölimporte passieren normalerweise die Straße von Hormus. Ohne diese Zusage würde dem Land ein vollständiger Zusammenbruch der Energieversorgung drohen. Der Iran hat der Bitte entsprochen. Berichten zufolge hat der Iran eine formelle Gebührenstruktur für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus eingeführt. Die Philippinen folgen dem Beispiel anderer südostasiatischer Nachbarn wie Thailand, Indonesien und Malaysia, die bereits ähnliche Abkommen mit dem Iran geschlossen haben, um ihre Schifffahrt zu sichern. Wer die Straße von Hormus passieren möchte, muss sich an einen klaren Katalog aus politischen, finanziellen und operativen Vorgaben halten.
Öltanker von Staaten, welche durch die Straße von Hormus fahren möchten, müssen versichern, dass sie
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weder direkt noch indirekt an Militäroperationen gegen den Iran (insbesondere durch die USA oder Israel) beteiligt sind. |
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Keinerlei „feindselige Güter“ oder militärische Ausrüstung für die Gegner Irans transportiert. |
Außerdem müssen sie finanzielle Forderungen erfüllen.
Den Berichten zufolge hat der Iran eine formelle Gebührenstruktur für die Durchfahrt eingeführt.
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Um den US-Dollar zu umgehen, fordert der Iran Zahlungen in Chinesischen Yuan (RMB) oder in Kryptowährungen. |
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Schiffe, deren Fracht direkt in Yuan gehandelt wird, erhalten oft Vorzugskonditionen oder eine Befreiung von den Blockaderegeln. |
Viele Schiffe werden von Patrouillenbooten der iranischen Revolutionsgarde (IRGC) durch eine zugewiesene Route in Küstennähe eskortiert.
Im Großraum Tel Aviv meldeten Rettungsdienste 14 Verletzte durch iranischen Raketenbeschuss. Bei einem Angriff in Bnei Brak mit Streumunition sollen mindestens 10 Zivilisten verletzt worden sein, darunter auch Kinder. Berichten zufolge soll es gestern Nachmittag auch in Beit Shemesh einen schweren Einschlag in einem Wohngebiet gegeben haben. Die Rede ist von 4 Toten und mindestens 20 Verletzten. In Städten wie Bnei Brak, Petah Tikva und Shfaram (östlich von Haifa) kam es durch Trümmerteile abgefangener Raketen oder direkte Einschläge zu Schäden an Gebäuden.
01.04.2026
Kriegsgeschehen am Persischen Golf
Im Großraum Tel-Aviv kam es laut israelischen Medien zu dem "größten Raketenangriff" seit Kriegsbeginn am
1. April. Mindestens acht Menschen sollen verletzt worden sein. Innerhalb einer Stunde gab es sechs Raketenalarme. Es wurden mehrere direkte Treffer im Großraum Tel Aviv gemeldet. Insbesondere die Region um den israelischen Atomreaktor Dimona war ein vorrangiges Ziel iranischer Angriffe. In der Nähe von Dimona und Arad kam es zu schweren Zerstörungen. Später wurden 175 Verletzte nach Raketeneinschlägen in der Region gemeldet, 100 davon allein in Dimona als eine Rakete direkt in ein Wohngebäude einschlug. Die Küstenstadt Haifa wurde mit Dutzenden Drohnen und Raketen angegriffen, primär durch Angriffe der vom Iran unterstützten Hisbollah. Nahezu unaufhörlich heulten die Sirenen im Norden Israels. Es gab zahlreiche Schäden an ziviler Infrastruktur durch Drohnenangriffe. Die israelische Luftwaffe gab an, etwa 92 Prozent der über 400 bisher abgefeuerten ballistischen Raketen abgefangen zu haben. Millionen Menschen verbrachten die letzte Nacht in Bunkeranlagen. Der Unterricht an Schulen und Universitäten ist zur Zeit ausgesetzt. Krankenhäuser im Süden Israels meldeten überlastet zu sein durch die über 170 Verletzten der letzten Angriffswelle.
Ein iranischer Drohnenangriff traf heute Treibstofftanks am internationalen Flughafen von Kuwait und löste einen Großbrand aus. Zudem hat die Flugabwehr der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) heute nach eigenen Angaben 5 ballistische Raketen und 35 Drohnen abgefangen, die vom Iran gestartet wurden.
Die Huthi-Miliz aus dem Jemen erklärte heute, eine gemeinsame Militäroperation mit dem Iran und der Hisbollah gegen Israel gestartet zu haben.
US-Präsident Trump signalisierte heute, dass der Krieg gegen den Iran in zwei bis drei Wochen beendet sein könnte, da die industriellen Kapazitäten des Iran weitgehend zerstört seien. Der Iran wies Berichte über ein angebliches Ersuchen um einen Waffenstillstand als falsch zurück. Dennoch reagierten die Börsen weltweit auf die Andeutungen des US Präsidenten zu einem baldigen Ende des Krieges gegen den Iran überwiegend mit deutlichen Kursgewinnen.
Greta Thurnberg drückte in sozialien Medien ihr Mitgefühl für die Menschen im Iran und alle von der Gewalt Betroffenen aus und verurteilte die "absichtliche Tatenlosigkeit" der politischen Führungen.
Angesichts massiv steigender Gaspreise kritisierte sie, dass die Kosten der Krise auf normale Bürger abgewälzt würden, während Profiteure der fossilen Industrie weiterhin geschützt würden.
Nach Trumps Rede am späten Abend hat es in iranischen
Großstädten wie Teheran, Isfahan und Schiras eine Massenpanik gegeben. Eine Massenflucht in ländliche Gebiete oder in Richtung Gebirge setzte ein. Wegen der zahlreichen Luftangriffe auf die iranische Infrastruktur gibt es Berichte über großflächige Stromausfälle und zusammenbrechende Internetverbindungen. Trumps gestrige Drohung, iranische Kraftwerke anzugreifen und das Land "in die Steinzeit" zurückzuversetzen, hat zu Hamsterkäufen und Panik auf den Märkten geführt.
> Der Iran Krieg- Chronologie 30.03.- 21.03.2026
> Der Iran Krieg- Chronologie 09.03.- 20.03.2026
> Der Iran Krieg- Chronologie 28.02.- 8.03.2026
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